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Die Werteschöpfer - Aktienmarkt- und Zinsausblick 2017

Das Börsenjahr 2016 kann in Deutschland als eigentlich durchwachsen eingestuft werden – eigentlich. Die Wahlen in den USA sorgten in den letzten Wochen allerdings nochmal für ein Kursfeuerwerk. Vor der Wahl notierte der Deutsche Aktienindex DAX um 10.500 Punkte und kletterte bis zum Jahresende auf 11.400 Punkte an. In den Monaten zuvor zeigte sich der DAX seitwärts: Nach einem schwachen Jahresauftakt 2016, bei dem der DAX von 10.700 Punkte auf 8.700 Punkte fiel, pendelte sich der Index bis zur US-Wahl im Bereich zwischen 9.400 und 10.800 Punkten ein. Das letztendlich gute Börsenjahr ist das Ergebnis einer zwar nicht starken aber stabilen Konjunktur, die potenzielle Störfaktoren gut verkraftet hat.

Zu nennen ist auf der einen Seite die Sorge um die chinesische Wirtschaft Anfang 2016, welche sich ex post als unbegründet herausstellte. Das Wachstum in China ist mit ca. 6 % zwar geringer als in den Vorjahren, aber dennoch stabil. Auch der bevorstehende Brexit, der kurzfristig für Unsicherheit an den Märkten sorgte, zeigt zumindest kurzfristig noch keine nennenswerten Spuren. Und zuletzt ist zwar der Ölpreis angestiegen, die Auswirkungen waren für die Unternehmen aber verkraftbar. Die Störfaktoren für die Börse waren somit zwar temporär ersichtlich, erwiesen sich allerdings nicht als nachhaltig.

Trotzdem darf die Frage erlaubt sein: Hätten die Märkte das Jahr 2016 auch so gut abgeschlossen, wenn Hillary Clinton die Wahl für sich entschieden hätte? 

Welche Konsequenzen hat die US-Wahl auf die Aktienmärkte?

Dazu kann festgehalten werden: Die Unsicherheit hat durch den neuen Präsidenten zugenommen. Die Konsequenzen seiner Politik sind schwer abzuschätzen, was die Prognosequalität beeinträchtigt. 

Allerdings gilt auch: Sollte Donald Trump die Wahlversprechen größtenteils erfüllen, so wäre dies ein großesn Konjunkturprogramm für die USA und auch für ausländische Unternehmen. Dies könnte sich durchaus dieses und nächstes Jahr positiv auf die Aktienmärkte auswirken. Der Dow Jones ist seit der Wahl Trumps bereits um 10% gestiegen, der Markt antizipiert also bereits ein freundliches Klima für die Unternehmen in den nächsten Jahren.

Sollte die Fiskalpolitik Trumps keine negativen Zweitrundeneffekte verursachen, sind stabile Aktienmärkte in den nächsten ein bis zwei Jahren ein durchaus realistisches Szenario. Darin liegt aber genau das Problem: Die Folgen seiner Politik können nur schwer eingeschätzt werden. Steigt der Ölpreis bei einer starken US-Konjunktur weiter an? Oder werden die USA das Fracking weiter fördern, was den Ölpreis dämpft? Führt eine starke US-Konjunktur zu einem starken Dollar und somit zu Problemen bei den Schwellenländern? Führt eine starke US-Konjunktur zu steigenden Zinsen in den USA, welche langfristig wieder die Aktienmärkte belasten? Führt eine Deregulierung der Bankenmärkte, die Trump wohl umsetzen wird, zu ähnlichen Blasen wie kurz vor der Finanzkrise 2008?

Auch der geplante Protektionismus Trumps sollte kurzfristig die US-Konjunktur stärken. Führt er tatsächlich hohe Import-Zölle auf ausländische Waren ein, so steigt zunächst die Nachfrage nach heimischen US-Produkten.

Mittelfristig sollten die betroffenen Länder allerdings in ähnlicher Weise reagieren, was der Wirtschaft und den Unternehmen mittelfristig strukturell schaden sollte.

Als Fazit kann festgehalten werden: Die künftige Politik der USA sollte sich kurzfristig positiv auf die Wirtschaft auswirken. Mittelfristig ist die Lage aufgrund möglicher Zweitrundeneffekte schwer einschätzbar, die Unsicherheit und somit die Schwankungen an der Börse nehmen zu. 

Auch Faktoren in Europa könnten das Börsengeschehen 2017 beeinflussen:

Möglicherweise haben die Wahlen in Frankreich und Deutschland Einfluss auf das Marktgeschehen, da risiko-averse Anleger ihre Aktien in sichere Anlagen tauschen könnten. Auch bleibt die hohe Verschuldung der südeuropäischen Staaten ein Thema für die Aktienmärkte: Italien und Spanien konnten ihre Schulden trotz guter Konjunktur in den letzten Jahren nicht abbauen. Die Krise der italienischen Bank Monte dei Paschi zeigt, dass die strukturellen Probleme in Europa weiterhin nicht gelöst sind.

Der Brexit sollte in 2017 keine wesentliche Rolle für die Börsen haben, da davon ausgegangen werden kann, dass Großbritannien und die EU versuchen werden, die wirtschaftlichen Folgen des Brexit gering zu halten. 

Und zuletzt bleibt natürlich noch die EZB, die Anfang 2015 für ein Kursfeuerwerk an den Börsen sorgte. Die Zinserhöhung in den USA zeigt, dass eine Wende in der Notenbankpolitik nicht automatisch mit fallenden Aktienkursen einhergehen muss. Somit kann davon ausgegangen werden, dass selbst bei einem vorsichtigen und langsamen Ende der geldpolitischen Maßnahmen der EZB die Aktienmärkte davon nicht tangiert werden sollten. Umgekehrt würde aber eine weitere Verlängerung des Programms wohl weiterhin stabilisierend auf die Märkte wirken.

Fazit Aktienmärkte:

Insgesamt sollte das Börsenumfeld somit zunächst freundlich bleiben. Vielleicht ist sogar ein Anstieg des DAX auf die alten Höchststände bei 12.300 Punkten oder darüber möglich. Spätestens bei den alten Höchstständen sollten die potenziellen Risikofaktoren allerdings in Erinnerung gerufen werden, da deren Eintritt den DAX wieder zurück unter die 10.000er Markte schicken sollte.

Wie geht es mit den Zinsen weiter?

Bei den Zinsen ist zunächst ein Blick in die USA interessant.

Entwicklung der Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen

Als in 2013 deutlich wurde, dass die US-Notenbank ihre Politik des billigen Geldes beenden würde, stiegen die Zinsen um mehr als einen Prozentpunkt an. Im weiteren Verlauf wurde deutlich, dass mögliche Zinserhöhungen moderater ausfielen als angenommen, weswegen die Renditen bis Mitte 2016 wieder fielen.

In Deutschland sind die Zinsen in 2016 aufgrund der Notenbankpolitik Draghis weiter gefallen:

Entwicklung der Umlaufrendite (=Rendite umlaufender Wertpapiere bester Bonität in Deutschland)

Für die Entwicklung in 2017 könnte die Entwicklung in den USA Hinweise auf eine mögliche Entwicklung in Europa geben: Sollte Mario Draghi im Laufe des Jahres deutlich machen, dass auch in Europa eine Zinswende möglich ist, so sollten sich die langfristigen Zinsen mit einer raschen Entwicklung (ggf. auch mit circa einem Prozentpunkt Anstieg) darauf einstellen. Durchaus ist dann auch hier möglich, dass die zunächst hohen Erwartungen enttäuscht werden und die Zinsen dann wieder einen Teil ihres Anstiegs abgeben.

Langfristig ist aufgrund der hohen Verschuldung der EU-Staaten nicht mit einem anhaltenden Aufwärtstrend bei den Zinsen zu rechnen. Umgekehrt gilt allerdings auch: Ein weiterer Rückgang der Zinsen ist unwahrscheinlich, da diese bereits teilweise unter 0% notieren und die Inflationsprognosen über 1% liegen, was weitere Zinsrückgänge unwahrscheinlich macht.

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