Aktuelles

Aktuelles

Das hat sich zum Jahreswechsel geändert

Wie zu Beginn eines jeden Jahres sind auch in diesem Jahr wieder neue Gesetze in Kraft getreten und es hat sich in den Bereichen Versicherungen und Finanzen einiges geändert. In dieser Ad hoc- E-Mail haben wir alles Wichtige für Sie zusammengefasst. Bei Fragen hierzu stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 

1) Investmentsteuergesetz

Seit dem 1. Januar gelten neue Regeln für die Besteuerung von Investmentfonds. Bisher mussten in Deutschland zugelassene Fonds auf Erträge wie Mieten, Dividenden sowie auf Gewinne aus dem Verkauf deutscher Immobilien keine Steuern zahlen. Das ändert sich jetzt. Künftig gilt für die Fonds ein Körperschaftssteuersatz von 15 Prozent. Nur reine Rentenfonds sind von der neuen Regelung nicht betroffen. Um eine zu hohe Belastung der Anleger zu vermeiden, sind Ausschüttungen und Gewinne aus dem Verkauf von Fondsanteilen beim Anleger künftig teilweise freigestellt. Die Höhe des steuerfreien Anteils richtet sich nach der Art des Fonds. Der verbleibende Teil der Ausschüttungen und Gewinne unterliegt der Abgeltungsteuer. 

2) Änderungen bezogen auf Versicherungsthemen

  • Sozialversicherung

Anpassung derRechengrößen in der Sozialversicherung, u.a. gelten neue Beitragsbemessungsgrenzen; eine kompakte Übersicht mit den wichtigsten Grenzwerten für 2018 erhalten Sie gerne per Mail.

  • Rürup-Rente

Der Sonderausgabenabzug für Rürup-Renten ist gestiegen: Es können 23.712 € statt bisher 23.362 € für Alleinstehende und 47.424 € für Ehegatten steuerlich angesetzt werden. Davon können 2018 bis zu 86 % als Sonderausgaben im Rahmen der Basisalters­vorsorge geltend gemacht werden. 

Das sind bis zu 20.393 € für Alleinstehende und 40.785 € für Verheiratete.

  • Riester-Rente

Die jährliche Riester- Grundzulage wurde von bisher 154 € auf 175 € angehoben. Die Erhöhung gilt erstmals für das Beitragsjahr 2018 und betrifft selbstverständlich auch alle Bestandsverträge.

  • Inkrafttreten des Betriebsrentenstärkungsgesetzes (BRSG)

Es gibt einige Neuerungen in der Direktversicherung (betriebliche Altersvorsorge), wie u.a. die Erhöhung des steuerfrei einzahlbaren Betrages von 4% auf 8% der Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung (West) oder die Einführung des Sozialpartnermodells für Firmen mit Tarifverträgen.

 

  • Gesetzliche Erwerbsminderungsrente 

Ab 2018 wird für die Beantragung einer Erwerbs­minderungsrente die sogenannte Zurechnungszeit bis 2024 schrittweise von 62 auf 65 Jahre erhöht. Damit werden Erwerbsgeminderte zukünftig so gestellt, als hätten sie mit ihrem durchschnittlichen bisherigen Einkommen bis zum vollendeten 65. Lebensjahr weitergearbeitet.

 

  • Gesetzliche Krankenversicherung

Der Zusatzbeitrag, den die 54 Millionen Kassenpatienten alleine zahlen müssen, sank im Durchschnitt aller Krankenkassen von 1,1 auf 1,0 Prozent des Bruttolohns. Die Summe kommt auf den festen Beitragssatz von 14,6 Prozent obendrauf, der je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer gezahlt wird.

  • Gesetzliche Rentenversicherung

Wegen der gut gefüllten Rentenkasse sank der Beitragssatz für die gesetzliche Rentenversicherung zum 1. Januar von 18,7 auf 18,6 Prozent. Im Juli dürfen dann die rund 21 Millionen Rentner mit mehr Geld rechnen. Erwartet wird ein Rentenplus von etwa drei Prozent.

 

3) Gesetzesänderungen steuerlicher Art

  • Grundfreibetrag bei der Einkommensteuer steigt

Der Grundfreibetrag bei der Einkommensteuer steigt von 8820 Euro auf genau 9000 Euro. Erst ab dieser Summe müssen ledige Erwachsene ihr Einkommen versteuern. Bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnerschaften verdoppelt sich der Betrag auf 18.000 Euro. Dazu kommt möglicherweise der Kinderfreibetrag, der zum Jahreswechsel um 72 Euro auf insgesamt 7428 Euro steigt. Bei Eltern bleibt dieser Betrag pro Kind und Jahr ebenfalls steuerfrei.

  • Finanzamt fordert keine Belege für die Steuererklärung

Mit der Steuererklärung für das Jahr 2018 müssen keine Belege eingereicht werden. Allerdings kann der Fiskus die Unterlagen anfordern, zum Beispiel Spendenquittungen oder vereinfachte Nachweise über Zuwendungen. Die Vorlage kann das Finanzamt bis zu einem Jahr nach Bekanntgabe des Bescheids verlangen. So lange müssen sämtliche Belege sorgfältig aufbewahrt werden.

  • Für die Steuererklärung gelten längere Fristen

Wer verpflichtet ist, eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einzureichen, hat künftig länger Zeit dafür: Ab dem Veranlagungszeitraum 2018 gilt als spätester Abgabetermin nicht mehr der 31. Mai des Folgejahres, sondern der 31. Juli. Auch für die Profis wie Steuerberater ändern sich dann die Termine der Erklärungen ihrer Mandaten: Sie können sich Zeit lassen bis Ende Februar des jeweils übernächsten Jahres – für Steuererklärungen 2018 also bis Anfang 2020.

 

4) Änderungen für Unternehmer

  • Mindestlohn stieg in zwei Branchen

Der Mindestlohn für Pflegekräfte stieg in Westdeutschland und Berlin von 10,20 Euro auf 10,55 Euro; im Osten der Republik wurde er von 9,50 auf 10,05 Euro angehoben.Im Elektrohandwerk endete mit dem Jahreswechsel die Differenzierung in Ost und West – hier liegt die Lohnuntergrenze jetzt bundesweit bei 10,95 Euro. Der branchenunabhängige, gesetzliche Mindestlohn verharrt unverändert bei 8,84 Euro. Ausnahmen gibt es seit dem 1. Januar 2018 nicht mehr.

  • Für freiwillig Krankenversicherte gilt eine neue Beitragsberechnung

Wer als Selbstständiger freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist, muss sich auf Änderungen in der Beitragsberechnung einstellen: Die monatlichen Beiträge setzt die Krankenversicherung auf Basis des zuletzt erlassenen Einkommensteuerbescheids künftig nur vorläufig fest. Erst wenn der Einkommensteuerbescheid für das Kalenderjahr vorliegt, für das die Beiträge zu zahlen sind, setzt die Versicherung die endgültigen Beiträge für das Jahr rückwirkend fest und berücksichtigt dabei die tatsächlich erzielten beitragspflichtigen Einnahmen. In Folge dessen können Beiträge rückerstattet werden, aber auch Nachzahlungen nötig werden. Die neue Regelung betrifft nur die Selbstständigen in der GKV, deren Einkommen unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Krankenversicherung liegt.

  • Der Abgabesatz zur Künstlersozialversicherung sinkt deutlich

Unternehmen, die künstlerische und publizistische Leistungen verwerten, müssen 2018 deutlich weniger Künstlersozialabgabe zahlen: Der Abgabesatz sank von 4,8 auf 4,2 Prozent. Die Künstlersozialabgabe wird für die gesetzliche Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung selbstständiger Künstler und Publizisten verwendet.

 

5) Gesetzesänderungen für Familien

  • Höheres Kindergeld  

Das monatliche Kindergeld wurde um zwei Euro angehoben. Für die ersten beiden Kinder gibt es nun jeweils 194 Euro pro Monat, beim dritten Kind sind es 200 Euro und bei jedem weiteren Kind 225 Euro.

  • Höherer Mindestsatz beim Unterhalt

Bei minderjährigen Trennungskindern stieg der Mindestsatz beim Unterhalt. Abhängig vom Alter des Kindes und dem Einkommen der Eltern erhöhten sich die monatlichen Sätze in der neuen „Düsseldorfer Tabelle“ um sechs bis zwölf Euro. Gleichzeitig wurden aber auch die Einkommensklassen reformiert, was für einige Kinder wiederum zu Einbußen führen dürfte. Beim staatlichen Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende, wo der andere Elternteil seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt, steigen die monatlichen Sätze um bis zu fünf Euro.

  • Neue Regelungen zum Mutterschutz

Auch Schülerinnen und Studentinnen können künftig Mutterschutz in Anspruch nehmen. Wie üblich gilt eine sechswöchige Schutzfrist vor der Geburt, in der die werdende Mutter nicht mehr arbeiten muss, sowie ein achtwöchiges Beschäftigungsverbot nach der Entbindung. Bei der Geburt eines behinderten Kindes verlängert sich diese Frist von acht auf zwölf Wochen. Gleichzeitig soll es aber auch Ausnahmen geben, wenn die Betroffene das möchte. Es soll auch keine Arbeitsverbote mehr gegen den Willen der Schwangeren geben.

Quellen: Neben mehreren Fach- und Branchenzeitschriften auch www.impulse.de/recht-steuern