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Börsen-News: Brexit - Und nun?

Letzte Woche haben wir Ihnen vorbereitend Informationen zum Brexit bereitgestellt. Heute, am Tag danach, stehen viele Fragen im Raum. Unsere Gedanken zum Thema erhalten Sie nachfolgend.

Die Briten haben gestern über ihren Verbleib in der EU abgestimmt – seit heute Morgen sind die Ergebnisse veröffentlicht: Die Briten haben knapp für einen Austritt votiert.

Die Börsen reagierten entsprechend: Der DAX schloss gestern um 10.300 Punkte und eröffnete heute Morgen um 9.300 Punkte. Aktuell steht er bei ca. 9.600 Punkten, also bereits wieder über dem Schlusskurs von vergangenem Freitag. Der US-Dollar stieg zum Euro zunächst von gestern 1,13 USD/EUR auf 1,09 USD/EUR und notiert aktuell bei 1,11 USD/EUR. Der Schweizer Franken gewann von gestern 1,09 CHF/EUR auf bis zu 1,06 CHF/EUR, notiert aktuell aber bei 1,0850 CHF/EUR. Hier ist stark zu vermuten, dass ab 7 Uhr morgens die Schweizerische Nationalbank intervenierte. Auch der Yen diente als sicherer Hafen und stieg von ca. 118 JPY/EUR auf bis zu 109 JPY/EUR, aktuell notiert er bei 114 JPY/EUR. Auch der Goldpreis stieg von 1270 USD auf bis zu 1340 USD. Besonders hart traf es auch das Pfund selbst, das von 1,47 USD/GBP auf bis zu 1,32 USD/GBP fiel. Die deutschen Bundesanleihen konnten hingegen deutlich zulegen, um ca. 3 Prozentpunkte. Seit Handelsbeginn ist zu erkennen, dass sich die Börsen bislang stabilisieren.

Wie geht es politisch weiter?

Politisch ändert sich zunächst nichts in den nächsten Monaten: Cameron kündigte für Herbst seinen Rücktritt an, sodass dann ein neuer Premier-Minister in die Verhandlungen für die EU gehen wird. Denkbar ist a) dass die EU ein Interesse daran hat, die wirtschaftlichen Beziehungen in ähnlicher Weise wie bislang zu Großbritannien aufrechtzuerhalten (durch entsprechende Handelsabkommen etc.) oder b) die EU ein Interesse daran hat, den Austritt der Briten so streng zu gestalten, dass kein weiteres EU-Land „auf die Idee kommt“, den Briten zu folgen.

Wie geht es weiter mit den Börsen?

Die Unsicherheit wird wohl zunehmen, was tendenziell für fallende Aktienmärkte sorgt. Erst wenn wirklich klar ist, dass der Austritt keine dramatischen wirtschaftlichen Folgen für die EU und die Briten haben (wovon wir mittelfristig ausgehen), sollten die Märkte wieder einen Aufwärtstrend aufnehmen. Dies könnte sich auch schon kurzfristig durch Äußerungen von Politikern etc. ergeben – die kurzfristige Markteinschätzung ist somit kaum möglich.

Welche Auswirkungen hat die Entscheidung auf unser Muster-Portfolio?

Aufgrund der Positionierung unseres Muster-Portfolios in Mischfonds wirken zwei Effekte auf diese Fonds:

Fallende Aktien sorgen für fallende Fondspreise - da ein Großteil der Gelder in diesen Fonds allerdings in Anleihen investiert ist, profitieren diese kurzfristig von der Flucht in Anleihe-Papiere. Somit bleiben die kurzfristigen Folgen für die Mischfonds voraussichtlich deutlich hinter der Aktienentwicklung zurück (wie z.B. auch im Sommer 2015).

Unsere Strategie ist es, im Falle sehr unruhiger (und somit deutlich fallender) Aktienmärkte die Aktienpositionen weiter aufzustocken, denn: Die Folgen des Brexits sind durch die Politiker steuerbar: Sie werden nicht daran interessiert sein, dass durch den Brexit die Wirtschaft nachhaltig belastet ist. Wir gehen davon aus, dass die Politiker versuchen werden, die Folgen für alle Beteiligten wirtschaftlich in Grenzen zu halten. Sollten also die Aktienmärkte zu stark fallen, so sollte dies wirtschaftlich nicht gerechtfertigt sein, und eine Erhöhung der Aktienquote ist an dieser Stelle interessant.

Wie gewohnt behalten wir die Sache im Fokus und melden uns bei Ihnen, wenn wir Handlungsbedarf sehen. Bitte beachten Sie, dass diese Informationen eine persönliche Beratung durch einen Anlageberater nicht ersetzen.

Wenn Sie eine persönliche Anlageberatung wünschen oder Fragen haben, stehen wir Ihnen gern zur Seite. Kommen Sie einfach auf uns zu!