
Nach einem positiven Start in das Jahr 2011 korrigierten die Aktienmärkte Mitte März aufgrund der Naturkatastrophe in Japan um ca. 10%. Da sich der wirtschaftliche Schaden für Europa mittelfristig in Grenzen hält, konnten die europäischen Börsen binnen weniger Wochen ihre Verluste wieder wettmachen und markierten Ende April den höchsten Wert seit drei Jahren. Die Unterstützung Portugals durch den EU-Rettungsfonds hatte zunächst keine negativen Auswirkungen auf die Aktienmärkte. Erst als sich negative Konjunkturdaten aus den USA häuften, verschlechterte sich die Stimmung an den Börsen. Die US-Stimmungsindikatoren sowie der Arbeitsmarkt hatten in den letzten Wochen signalisiert, dass die wirtschaftliche Dynamik in den USA im weiteren Jahresverlauf etwas abklingen könnte.
Für weiteren Verkaufsdruck sorgten die jüngsten Diskussionen um Griechenland: Da die Griechen ihre vereinbarten Sparziele nicht einhalten können, verweigern IWF und EU die Auszahlung der nächsten Hilfstranche Ende Juni. Die Verhandlungen sind derzeit noch nicht abgeschlossen und wirken sich belastend auf die Aktienmärkte aus.
Sollten die aktuellen Verhandlungen mit Griechenland positiv verlaufen, ist für die nächsten Wochen mit einer Erholung an den Aktienmärkten zu rechnen. Die alten Jahreshochs sollten in diesem Szenario nochmals getestet werden. Mittelfristig dürften die gestiegenen Rohstoffpreise sowie weitere Zinserhöhungen der Notenbanken das Gewinnpotenzial der Aktien begrenzen. Eine Ausweitung der Schuldenprobleme der europäischen Peripherieländer könnte ab Jahresende die Aktienmärkte nachhaltig belasten.