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Aktienmarkt- und Zinsausblick 2019

Die Aktienmärkte sind positiv in das Börsenjahr 2019 gestartet. Seit Jahresbeginn konnte der DAX bereits um 8,5% zulegen. Allerdings war der Dezember 2018 mit einem Verlust von 6,5% ein schwacher Monat, auf den nun eine Kurskorrektur folgte. Mit einem Verlust des DAX von knapp 18% war das Jahr 2018 das schlechteste Börsenjahr seit der Finanzkrise 2008. Auch der MSCI World Index verlor mit circa 7% (in USD) so stark wie in den letzten 10 Jahren nicht mehr.

Wie geht es nun weiter mit den Aktienmärkten?

Die Risiken haben 2018 zugenommen und werden auch 2019 bestehen bleiben. Der Brexit sorgt in Europa für Unsicherheit bei den Firmen. Zwar sollte davon ausgegangen werden können, dass die Politiker eine gangbare Lösung finden, trotzdem belastet das Thema die Märkte. Bei einem harten Brexit wäre ein Rückschlag an den Aktienmärkten sehr wahrscheinlich. Zusätzlich belastet der Handelsstreit der USA mit China und weiteren Ländern die Märkte. Für die Unternehmen wirken Handelszölle wie Steueraufwendungen, die die Gewinne reduzieren. Eine Eskalation des Handelsstreits würde die Märkte belasten.

Aus unserer Sicht liegt der größte Risikofaktor für die Aktienmärkte allerdings in der Schuldensituation Italiens. Sollte die Verschuldung Italiens weiter ansteigen, so ist eine erneute Staatsschuldenkrise wie in 2011 denkbar. Wir gehen davon aus, dass Italien seine Haushaltsziele 2019 verfehlen wird. In diesem Fall sollten die Märkte mit großer Unsicherheit und entsprechenden Kursabschlägen reagieren. Die Gründe dafür sind folgende: Das Wirtschaftswachstum in Europa und in Italien schwächt sich ab. Zusätzlich gelingt es der italienischen Regierung aktuell nicht, nachhaltige Reformen anzustoßen. Vielmehr werden die Staatsausgaben zu Gunsten von Sozialleistungen erhöht, was allerdings keine nachhaltigen Impulse für die Wirtschaftsstruktur bedeutet. Aus diesem Grund sollte sich die Verschuldungssituation in Italien im Jahresverlauf weiter zuspitzen.

Was bedeutet das und wie kann darauf reagiert werden?

Wir gehen davon aus, dass in der Konsequenz die Aktienmärkte im Jahresverlauf Verlust hinnehmen müssen. Ein Rückgang des DAX zwischen 9.000 und 10.000 Punkte ist in diesem Szenario wahrscheinlich. Allerdings ergeben sich hier günstige Kaufgelegenheiten. Wir gehen nicht davon aus, dass eine mögliche Italien-Krise nachhaltig ist. Wenn der Druck auf italienische Staatsanleihen groß genug ist, wird es politisch möglich sein, nachhaltige Reformen einzuleiten. Auf diese Weise sollte sich langfristig eine Lösung für die italienische Schuldensituation einstellen. Das bedeutet, dass aus unserer Sicht fallende Kurse in 2019 eine Kaufgelegenheit darstellen sollten.

Wie geht es mit den Zinsen weiter?

Die mögliche italienische Schuldenkrise sollte auch die Zinsen nachhaltig niedrig halten. Die Umlaufrendite ist seit 2016 auf historisch niedrigem Niveau. Die Politik der Europäischen Zentralbank ist in Bezug auf die Staatsschulden in Europa wie folgt: Bei einer Umlaufrendite von aktuell 0,05% und einer Inflation von circa 1,5% bis 2,0% bedeutet eine risikolose Anlage einen realen Vermögensverlust! Dieser Vorgang wird auch als finanzielle Repression bezeichnet. Profiteure davon sind die Staaten, die sich günstig refinanzieren können und die sich somit real entschulden. Die Rendite für 10-jährige deutsche Staatsanleihen liegt aktuell bei 0,15% und somit deutlich unterhalb der Inflationsrate. Wir gehen davon aus, dass die Zinsen nachhaltig günstig bleiben werden. Zwar mag es zu regelmäßigen Schwankungen kommen, die Umlaufrendite sollte aber nur mit geringer Wahrscheinlichkeit über 0,50% steigen.

 

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